
Auf dem Boden kann man sofort erkennen, wenn die UV-Leistung sowie das Spektrum nicht mehr im Einklang sind. Die Tinte bleibt klebrig – die Haftung nimmt ab. Zudem beginnen die hitzeempfindlichen Substrate zu verbiegen, weil die Strahlungsintensität zu hoch ist.
Die Anpassung des Galliumiodid-UV-Härtungssystems an Ihre Presse sowie Ihre Tinte ist keine Schätzung – es handelt sich dabei um eine präzise spektrale Optimierung unter Realbedingungen.
Im Grunde geht es um Wellenlänge und Energiedichte. Galliumiodidlampen geben den größten Teil ihrer Leistung im Bereich von 385–405 nm ab, mit einem besonderen Peak bei 417 nm. Dieses Profil ist auf die Photoinitiatoren in pigmentierten Tinten sowie bei der Herstellung von dicken Schichten abgestimmt.
Dadurch erreicht man eine tiefere Penetration der Photonen – dadurch wird die Härtung im gesamten Tintenschichtvolumen erfolgen, statt nur die Oberfläche zu härten. Wenn man diese Lampe mit einer Reflektorscheinrichtung kombiniert, die für hohe Strahlungsintensitäten konzipiert ist, dann erfolgt die Gelierung sofort – und die vollständige Härtung bereits nach einer einzigen Bearbeitungsrunde.
Das Ergebnis sind gute Haftungseigenschaften, niedrige VOC-Werte sowie ein Prozessablauf, der auch bei hohen Geschwindigkeiten in Offset-, Flexo- oder Siebdruckverfahren funktioniert.
Und hier ist, wie wir das alles zusammenbringen: Wir passen die Leistung der Lampe (W/cm²) sowie das Spektrum an die Geschwindigkeit der Presse, die Härtungstiefe sowie die Dicke der Tinteschicht an.
Ein System mit 300 W/cm² reicht meist aus für dünnere Flexo-Schichten, die mit einer Geschwindigkeit von ca. 150 m/min produziert werden. Bei dickeren Schichten oder reichlich Pigmenten braucht man oft ein System mit 600 W/cm².
Außerdem arbeiten Galliumiodidlampen bei vergleichbarer Leistung kühler als Quecksilberdampflampen – dadurch wird die Erwärmung des Substrats verringert. Deshalb funktionieren sie problemlos bei dünnen Schichten sowie hitzeempfindlichen Materialien.
Nun zu den wichtigen Details: Überprüfen Sie unbedingt die Geometrie des Reflektors sowie die Dichroikbeschichtung – die spektrale Reinheit und die Reflexionseffizienz bestimmen schließlich die tatsächliche Dosis, die abgegeben wird.
Der Abstand zwischen der Lampe und dem Substrat muss gering sein. Halten Sie diesen Abstand bei ±2 mm, wenn Sie wiederholbare Werte in mJ/cm² erzielen möchten.
Ein betrieb ohne Ozon ist Standard – doch es sind trotzdem eine gute Entlüftung sowie sauberer Luftstrom erforderlich. Dadurch bleiben Quarz und Reflektoren frei von Tintennebeln, und das System funktioniert stets zuverlässig.