
Eine ungleichmäßige Trocknung bedeutet nicht nur eine Verlangsamung des Trocknungsprozesses – es entstehen auch Mängel wie Unregelmäßigkeiten in der Oberfläche, schlechte Haftung sowie schwankende Glanzwerte. Bei UV-Offset-, Flexodruck- oder Siebdruckverfahren hängt es vom thermischen und strahlenden Profil auf dem Substrat ab, ob die Tintenschicht gleichmäßig aushärtet. Wenn die Leistung der Lampe ungleichmäßig ist, erhalten die Photoinitiatoren in der Tinte eine ungleichmäßige Photonendichte. Das führt zu einem unvollständigen Kreuzvernetzen an den Rändern und zu einer übermäßigen Aushärtung in der Mitte.
Was wirklich entscheidend ist, sind die spektrale Leuchtkraft sowie die maximale Strahlungsintensität. Eine Hochdruckquecksilberdampflampe liefert starke Strahlung bei 365 nm sowie nützliche Strahlen bei 313 nm und 405 nm – diese helfen dabei, sowohl eine gleichmäßige Aushärtung an der Oberfläche als auch eine Durchdringung in die Tiefe des Substrats zu erreichen. Zunächst muss die Absorption der Photoinitiatoren in der Tinte mit dem Spektrum der Lampe übereinstimmen. Anschließend beeinflussen die Geometrie des Reflektors sowie die Beschichtung die Verteilung der Strahlungsintensität.
Wir streben eine Reflexionsrate von über 90 % über die gesamte Länge des Bogenlichts an. Die Energiedichte zur Aushärtung wird dabei in einem kontrollierten Bereich gehalten – typischerweise zwischen 600 und 1.200 mJ/cm², je nach Dicke der Beschichtung und Druckgeschwindigkeit. Dadurch entsteht ein vorhersehbares Aushärtungsprofil, wodurch restliche Monomere reduziert werden und die physikalischen Eigenschaften der Tinte stabil bleiben.
Die praktischen Vorteile sind: Eine gleichmäßige Aushärtung bedeutet höhere Erträge. Wenn das spektrale Profil konstant bleibt und die räumliche Homogenität hoch ist, kann man schneller drucken, ohne dass es zu Problemen kommt. Zudem können Lösungsmittelfreie Ausschussprodukte vermieden werden. Durch Anpassung der Bogenleistung statt durch Überlastung der Lampe kann die Energie pro bearbeitetem Quadratmeter reduziert werden. Wir stellen das Lampensystem so ein, dass die Leistung über die gesamte Lebensdauer konstant bleibt – nach 2.000 Stunden unter normalen Druckbedingungen fallen weniger als 5 % der Leistung ab. Zudem passt das Gerät so an Ihre Trocknungsanlage an, damit Hotspots kontrolliert werden können.
Einige Punkte, die man berücksichtigen sollte: Die Leistung der Lampe hängt von der Länge des Bogenlichts, der Sauberkeit des Reflektors sowie der Entfernung zum Substrat ab. Die Lampe muss mit dem vorgeschriebenen Abstand installiert werden – schon eine Verschiebung von 5 mm kann die Strahlungsintensität erheblich verändern. Um Ozonbildung zu vermeiden, sollte die 254-nm-Strahlung unterdrückt werden. Zudem sollte man die Temperatur am Reflektor und am Substrat im Auge behalten. Für beste Ergebnisse sollte das Spektrum der Lampe mit dem der Tinte übereinstimmen. Die Aushärtung sollte außerdem mit einem Radiometer überprüft werden – nicht nur anhand der Druckgeschwindigkeit.